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Fingerspiele
ingerspiele für Kinder Wenn man über Fingerspiele spricht, so werden Spiele gemeint, die mit Hilfe der Hände und Finger gemacht werden. Dabei benutzen die Spieler meistens einen Reim oder auch ein kurzes Kindergedicht. Die Finger stellen bestimmte Gegenstände oder Menschen dar. Es gibt interessante Fingerspiele schon für Säuglinge und Kleinkinder. Da sie noch nicht viel sprachlich machen können, übernimmt die Mutter für ihr Kind diesen Teil. Weiterhin gibt es Spielgeschichten für Kleinkinder, bei denen aktiv mitgewirkt wird; verschiedene gesellige Spiele, Spaß und Kurzweil mit Fingern und Händen, an denen auch große Schulkinder ebenso viel Spaß haben. Die Texte gehören oft dem Volksgut; jede Familie hat da so ihre eigene Sammlung, die von einer Generation zur anderen weitergegeben wird.
Es gibt öfter auch mehrere Varianten eines Reimes. Es hängt dann eben von der Landschaft und der Mundart ab. Die Volksreime haben nicht selten einen deftigen Ausdruck: der Turm wird unbedingt vielleicht in den Quark fallen, der Bäcker haut einem Menschen die Schaufel auf den Kopf. Diese emotionalen Ausdrücke behalten die Kinder besonders gut. Es ist gut, dass die Texte bei den Fingerspielen nur genau so lang sind, dass die Kinder sie schon fast nach dem ersten Anhören selbst erzählen können.
Eine Mutter macht vielleicht ganz absichtslos Fingerspiele mit dem Kind. Sie kann sich bestimmt noch an die eigene Kindheit gut erinnern, an die vielen Spiele, die ihr so manche Freude bereiteten. Ein Erzieher oder Grundschullehrer wird in jedem Spiel ein besonderes Ziel sehen. Fingerspiele stellen den Kontakt zwischen einem Kind und der Bezugsperson her. Für das Kind spielt das eine große Rolle, denn es wird der wichtige Tastsinn angesprochen. Der Kleine kann so die Person erfassen, die ihm viel Zuneigung schenkt. Durch die besondere Nähe des Erwachsenen fühlt sich das Kind geborgen, die kurzen Texte sprechen es an. Die meisten Fingerspiele sind eine gute Anregung, um den Körper zu entdecken, man vollzieht bewusste Bewegungen. Eine große Bedeutung hat auch die Augen-Hand-Koordination. Es wird die Feinmuskulatur aktiv trainiert und auch die Feinmotorik, was schon die erste Stufe des Schreibenlernens für den Schulanfang vorbereitet.
Die Fingerspiele bringen die vielfältigen Möglichkeiten zur Sprachförderung mit sich. Durch die Fingerspiele trainiert das Kind sein Gedächtnis; bestimmte Satzmodelle werden eingeübt, die es später im eigenen Sprachgebrauch abändert. Es wird sehr stark auch die Phantasie gefördert. Das Kind muss mit Hilfe seiner Vorstellungskraft die Finger in neue Gestalten verwandeln.
Oft macht man mit Kindern ältere Fingerspiele, und da gibt es Ausdrücke, die meistens früher gebraucht wurden: Leier, Pumpe, Sechser, Kien usw. Man weckt damit das erste Interesse des Kindes. Also wird mit den Fingerspielen unser Volksgut weitergegeben.